Zweckverband Planung und Erschliessung Witznitzer Seen

Historie Seenareal

Was verbirgt sich hinter den Witznitzer Seen?

Im Bereich der Wyhraaue entstanden zwischen Borna und Großzössen ab 1910 die Tagebaue Viktoria, Dora-Helene I und Witznitz I. Parallel zum Abbaugeschehen im Tagebau Witznitz I begannen zudem 1922 die Aufschlussarbeiten für den Tagebau Dora- Helene II. Bereits mit dieser Abbautätigkeit waren erhebliche Eingriffe in die Landschaft verbunden.

Aus den zwei kleineren Tagebauen der Grube Dora-Helene erfolgte im Jahre 1946 der Aufschluss des Tagebaues Witznitz II. Die fast 50-jährige Braunkohlengewinnung im Tagebau Witznitz II verursachte jedoch weit größere Zerstörungen. So nahm der Tagebau sowohl die Pleißeaue zwischen Großzössen und Rötha als auch die Auenbereiche der Wyhra und Eula nordwestlich bzw. nordöstlich von Großzössen in Anspruch.

Besonders hart traf es die Einwohner der Dörfer, die im Abbaugebiet lagen. Sechs Ortschaften mussten dem Bergbau weichen. Lediglich die Siedlungsbereiche Kahnsdorf und Großzössen überlebten.

Mit dem Tagebau Witznitz II wurden im Zeitraum von 1946- 1993 1.881 ha Land in Anspruch genommen. Die Einstellung der Abraumgewinnung erfolgte in den Jahren 1991/92.

1993 beendete man schließlich auch die Kohleförderung, nachdem fast 650 Millionen Kubikmeter Abraum bewegt und über 250 Millionen Tonnen Kohle gefördert wurden.

Mit der Einstellung des Tagebaus Witznitz II im Jahre 1993 begann die Sanierung und Renaturierung der vom Bergbau hinterlassenen Landschaft. Die Wiederherstellung der Landschaft war infolge fehlender Erdmassen nicht mehr möglich und die Flutung der Tagebaurestlöcher alternativlos.

In den verschiedenen Restlöchern des Abbaugebietes Witznitz entstanden durch Grundwasserwiederanstieg und Fremdflutung nach dem Speicherbecken Witznitz der Hainer See mit der Haubitzer Bucht sowie der Kahnsdorfer See.

Die Tagebaurestlöcher wurden so gestaltet, dass eine Erholungslandschaft am Hainer See sowie eine nahezu naturbelassene Landschaft im Teilbereich Haubitzer Bucht entstand. Der Kahnsdorfer See soll als Vorranggebiet für Natur und Landschaft weitgehend sich selbst überlassen bleiben.

Der Hainer See hat mittlerweile seinen Endwasserstand mit ca. 126 m NHN erreicht. Zusammen mit der Haubitzer Bucht verfügt er über eine zusammenhängende Wasserfläche von rd. 560 ha und eine gute Wasserqualität.

Aus den Restlöchern des Tagebau Witznitz II sind blau schimmernde Seen und aus staubigen Böschungen schilfbestandene Seeufer geworden. Ferienhäuser, Bootsstege und Wanderwege prägen das neue Antlitz der Landschaft, die noch ein wenig Zeit braucht, um sich vollständig zu regenerieren.